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farbige Tinte

Fotos drucken – Die richtige Tinte

Um Fotos drucken zu können, müssen Aufnahme-, Anzeige- und Ausgabegeräte zusammenarbeiten und aufeinander abgestimmt sein. In einer kleinen Beitragsserie möchte ich daher die aus meiner Sicht wichtigen Dinge aufzeigen, die es euch ermöglichen, eure Ergebnisse beim Drucken zu verbessern. Starten möchte ich mit dem Thema Tinte, die ja letzlich dafür sorgt, dass das Bild auf dem Papier zu sehen ist.

Das Wort Tinte stammt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie färben. Als Tinte wird eine Lösung oder Dispersion von färbenden Bestandteilen in Wasser oder einem anderen Lösungsmittel bezeichnet. Aufgetragen wurde und wird die Tinte mit Federkiel, Pinsel oder Füllfederhalter. Seit jeher benutzt der Mensch färbende Mittel, um sich mitzuteilen und auszudrücken. Man denke an die Höhlenmalereien, die Wandzeichnungen der Ägypter oder die Vielzahl von Gemälden, die mit Ölfarben, Wasserfarben und anderen erstellt wurden. Das Aufbringen von Tinten auf verschiedene Materialien mittels Tintenstrahldruckern ist gerade der aktuellste Stand der Entwicklung. Und wer weiß, was noch kommt…

In diesem Beitrag geht es um die Verwendung der richtigen Tinte zum Ausdruck von Fotos. Mit der Wahl des Druckers legt man sich auch auf die Verwendung der Tinte fest. Doch mit dem Wissen über die Vor- und Nachteile der jeweiligen Tintenarten können einige Klippen umschifft werden.

Die Hersteller von Druckern für den Hausgebrauch geben an, dass ihre Drucker für den Ausdruck von Fotos geeignet sind. Hier lohnt es sich, vor dem Kauf entsprechende Testberichte zu lesen, um den für seine Anforderungen und seinen Geldbeutel richtigen Drucker zu finden. Es gibt auch spezialisierte Fotodrucker, die aufgrund der relativ hohen Anschaffungs- und Unterhaltskosten jedoch nur für Profis und für sehr ambitionierte Hobby-Fotografen in Betracht kommen dürften, die keinen Kompromiss eingehen wollen.

Aber egal ob Multifunktional-Drucker oder Foto-Drucker, beide Arten nutzen Tinte, die in flüssiger Form vorliegt. Daneben gibt es noch die bekannten Laser-Drucker, die auf Grundlage eines festen, pulverförmigen Toners arbeiten und dieses mit großer Hitze aufs Papier pressen. Im Allgemeinen sind diese bislang für den Fotodruck nicht in dem Umfang geeignet, der einem gehobeneren Anspruch genügt. Daher konzentrieren wir uns auf die Tinte für Tintenstrahldrucker.

Pigmenttinte oder Dye-Tinte

Für den Heimgebrauch gibt es zwei Gruppen von Tinten: pigmentbasierte Tinten und Dye-basierte Tinten (auch Farbstofftinten). Beide Arten sind für den normalen Druck von Text, aber auch für den Foto- und den Fine-Art-Druck geeignet. Vom Hersteller werden die Tinten fertig in Patronen, die auf den jeweiligen Drucker abgestimmt sind, angeboten. Wer die jeweiligen Eigenschaften der Tinten kennt und berücksichtigt, kann seine Druckergebnisse zum Teil deutlich verbessern.

fotos drucken, tintenpatrone
Tintenpatronen im Drucker, hier mit 3 Farb- und 2 Schwarzpatronen

Der Vollständigkeit halber soll nicht unerwähnt bleiben, dass es noch eine dritte Art der Tinte für Tintenstrahldrucker gibt. Für Großformatdrucker werden noch Tinten auf Lösungsmittelbasis, s.g. solvent-based Inks, angeboten. Diese spielen für den Heimgebrauch und für Fine-Art-Prints jedoch keine Rolle.

Gut unterscheiden lassen sich Pigment- und Farbstofftinte beim Blick auf bzw. in die Patrone, sofern möglich. Pigmenttinten haben in der Patrone die Farbe, die sie später auf dem Papier haben. Dye-Tinten mit hellen Farbtönen sind fast durchsichtig, mit dunklen Farbtönen erscheinen sie fast schwarz.

Einige Hersteller gehen dazu über, pigmentbasierte und Dye-Tinten zu kombinieren, um die jeweiligen Nachteile auszugleichen. So werden für Farben Dye-Tinten und für Textdrucke Pigmenttinten in jeweils gesonderten Patronen verwendet.

Doch welche Eigenschaften besitzen die jeweiligen Arten und welche Vor- und auch Nachteile ergeben sich daraus?

Pigment-basierte Tinten

Pigment-basierte Tinten basieren auf Farbpigmente, die sich in einer Flüssigkeit, meist Wasser, befinden. Diese sind nicht im Wasser gelöst, sondern schweben als Teilchen in diesem. Für die unterschiedlichen Farben kommen verschiedene Pigmente zur Anwendung. Zu den wichtigsten Pigmenten zählen Titandioxid, Ruß, Ultramarinblau, Cadmiumorange, Kobaltblau, Eisenoxid und Bleimennige (rot).

Wie die Bezeichnungen schon zeigen, werden die Pigmente aus unterschiedlichen Stoffen gewonnen. Die wichtigsten sind hier Pigmente aus Erden (z.B. Ocker), Mineralien und Metallen (z.B. Magnesium, Aluminium) und deren Verbindungen sowie Kohlenstoffverbindungen (z.B. Ruß für schwarz).

Farbpigmente
Bild von Albrecht Fietz auf Pixabay

Die Farbpigmente bestehen aus vielen Farbmolekülen, die 0,1 bis 0,4 Mikrometer groß sind. Damit sind sie bis zu 1000 mal größer als die Teilchen in Dye-Tinten. Dies hat den Vorteil, dass die Moleküle eng zusammenstehen und somit eine geringe Angriffsfläche gegenüber Licht, Feuchtigkeit und Gasen bilden. Dadurch sind Drucke mit Pigmenttinten farbbeständiger.

Ein Nachteil ist die im Vergleich zu Farbstofftinten geringere Farbintensität, wobei die Hersteller an einer ständigen Verbesserung arbeiten. Auch das Herabsinken der Farbpigmente und der dadurch erschwerte gleichmäßige Farbauftrag sind nachteilig. Die Tinten sollten daher innerhalb von 6 bis 12 Monaten verbraucht werden.

Pigmenttinten neigen auch stärker zu einem Bronzeeffekt. Dunkle und schwarze Farbbereiche zeigen dabei unter bestimmten Lichtbedingungen einen bronzefarbenen Schimmer. Auch die farbigen Bereiche können bei unterschiedlichen Lichtbedingungen Abweichungen zeigen, so dass sich der Bildeindruck verändern kann.

Weiterhin sind Ausdrucke mit pigmentbasierten Tinten empfindlicher gegen Abrieb. Die größeren Pigmentteilchen lagern sich auf der Oberfläche des Papiers an und dringen weniger ein als bei Farbstofftinten.

Die Pigmenttinten trocknen schneller beim Ausdruck und es gibt eine größere Auswahl an geeigneten Papieren, da sowohl beschichtete als auch unbeschichtete Papiere verwendet werden können. Bei unbeschichteten Papieren verläuft die Tinte jedoch mehr. Insgesamt tendieren Pigmenttinten jedoch wenigen zum Verschmieren und Verlaufen als Farbstofftinten.

Der Glanz der Farbe hängt stark vom Tintenauftrag ab. Die Pigmente streuen das Licht stärker als bei Dye-Tinten. Dadurch sind die Pigmenttinten eher für matte oder halbmatte Drucke geeignet als für Hochglanzpapiere. Einige Druckanbieter bieten mittlerweile eine abschließende Glanzschicht beim Ausdruck an.

Dye-Tinten

Dye- oder Farbstofftinten sind Tinten, bei denen die Farbe in einem Lösungsmittel, zumeist Wasser, gelöst ist. Die Tinte dringt damit beim Drucken relativ tief in das Papier ein und wird von der Oberfläche aufgesaugt. Damit sind die Tinten gut für Gloss-Papiere geeignet. Die Farbpartikel lagern sich nach dem Verdunsten des Lösungsmittel direkt an der Papierfaser bzw. der Papierbeschichtung an.

Dye-Tinte, Farbstofftinte
Bild von Полина Андреева auf Pixabay

Damit die Tinte nicht zu stark verläuft oder es zu unerwünschten Verläufen unterschiedlichen Farben kommt, haben die Papiere eine spezielle Beschichtung. Durch das tiefe Eindringen der Tinte in das Papier weisen die Ausdrucke aber eine höhere Abriebfestigkeit als Pigmenttinten auf. Zudem ergibt sich durch die Aufnahme der Tinte eine gleichmäßigere Reflexion des auftreffenen Lichtes, so dass sich bei Glanzpapieren ein besserer Glanz der Bilder einstellt als mit Pigmenttinten.

Farbstoffbasierte Tinten haben einen höheren Flüssigkeitsanteil, so dass die Tinte länger zum Trocknen nach dem Druck benötigt. Auch sind sie empfindlicher bei Feuchtigkeit. Hier kann eine spezielle Oberflächenversiegelung des verwendeten Papiers Abhilfe schaffen.

Ein weiterer Nachteil ist die geringe Größe der Farbstoffmoleküle von ca. 2 Nanometer, also um den Faktor 1000 kleiner als die Pigmente. Dadurch weisen sie im Verhältnis zur Größe ein größere Oberfläche auf, so dass Licht und Gase eine große Angriffsfläche finden. Dadurch altern die Ausdrucke schneller als bei Pigmenttinten. Aber auch hier kann die Verwendung spezieller Papiere dem Effekt entgegenwirken. Sogenannte aufquellende (swellabe) Papiere quellen, wie der Name nahelegt, beim Drucken auf und schließen die Tinte beim Trocknen in die Oberfläche der Beschichtung ein.

Farbstofftinten sind günstiger als Pigmenttinten und daher häufig in s.g. Consumer-Druckern zu finden. Zudem kann bei eingetrockneter Tinte der Druckkopf durch ein feuchtes Tuch wieder gereinigt werden. Durch Schütteln lässt sich Farbe wieder gleichmäßig verteilen, falls sie sich bei längerer Nichtnutzung absetzen sollte. Tendenziell bieten Dye-basierte Tinten einen großen Farbumfang mit leuchtenderen Farben und einem tieferen, satterem Schwarz als Pigmenttinten, wobei hier die Hersteller die Entwicklung vorantreiben.

Vor- und Nachteile in der Übersicht

VorteileNachteile
Pigmenttinte– alterungsbeständiger
– unempfindlicher gegen Verblassen
– farbbeständiger
– trocknet nach dem Drucken schneller
– größere Papierauswahl
– teurer als Dye-Tinten
– kann bei längerer Nichtbenutzung in der Patrone eintrocknen
– geringerer Farbglanz
– kratzempfindlicher
Dye-Tinte– günstiger im Einkauf
– leuchtendere Farben
– großer Farbumfang
– größere Abriebfestigkeit
– Ausdrucke brauchen längere Trocknungszeit beim Druck
– empfindlich bei Feuchtigkeit
– geringere Alterungsbeständigkeit
Übersicht über die Vor- und Nachteile

Zusammenfassung

Um Fotos bestmöglich zu drucken, spielt die Tinte eine entscheidende Rolle, sorgt sie doch dafür, dass das Foto auf dem Papier zu erkennen ist. Aber auch die Wahl des Papiers ist für das Ergebnis ausschlaggebend. Ein Foto auf normalem Kopierpapier entfaltet nicht die Wirkung wie auf hochwertigem Foto- oder gar Fine-Art-Papier.

Da in den meisten Desktop- und Multifinktionsdruckern Dye-basierte Tinten vorhanden sind, sollten entsprechende Papiere verwendet werden, die einen frühzeitigen Alterungsprozess verhindern. Es können auch andere Maßnahmen getroffen werden, um zu verhindern, dass Licht, Luft und Feuchtigkeit den Bildern zusetzen. Doch dies soll Thema weiterer Beiträge sein.

Wenn du bereits Bilder hast, die du präsentieren möchtest, findest du in diesem Beitrag ein paar Tipps, wie du mit einer Wandgestaltung anfangen kannst.

Zum Abschluss noch meine Quellen für diesen Beitrag:

Sehr zu empfehlen ist das Buch Fine Art Printing für Fotografen von Gulbins und Steinmüller aus dem dpunkt Verlag. Ich verlinke ohne Werbeabsicht.

Weitere Infos findest du auch auf der Seite von tonerpartner.de und tintencenter.com.

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