Ein Fotoshooting inmitten von Mohnblumen – dieses Jahr hat es endlich mit einem Model geklappt: ich war zusammen mit Anika unterwegs. Wie ich vorgegangen bin und was bei rausgekommen ist, erfahrt ihr hier.
(mehr …)Autor: Silvio
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Bildformat, Bildschnitt und Einstellungsgröße
Über die Wahl des Bildformates, des Bildschnittes und der Einstellungsgröße kann die Aussagekraft eines Bildes variiert werden. Mit diesem Beitrag möchte ich einen Überblick über die Möglichkeiten der Bildgestaltung im Hinblick auf die Portraitfotografie geben.
Einstellungsgröße
Der Begriff der Einstellungsgröße sowie die einzelnen Bezeichnungen wurden größtenteils aus dem Film übernommen. Die Einstellungsgröße beschreibt das Verhältnis des Bildmotivs zum Gesamtbild, also wie groß oder klein der Porträtierte im Verhältnis zum Bildfeld abgebildet wird.
Die Einstellungsgröße beschreiben dabei, anders als das Bildformat, keine fixen Zahlen, die es einzuhalten gilt. Es gibt Spielraum zur Interpretation und die Übergänge sind zumeist fließend. Es gibt regionale Unterschiede und auch die persönliche Vorliebe des Fotografen spielt eine Rolle.
Welche Einstellungsgrößen gibt es?
Im Allgemeinen werden folgende Bezeichnungen unterschieden:
- Extreme Totale
- Totale
- Halbtotale
- Amerikanische Einstellung
- Halbnah
- Nah
- Großaufnahme
- Detail
Die extreme Totale zeigt Menschen aus einem großen Abstand und sorgen somit für einen Überblick. Die Ablichtung erfolgt zumeist mit einem Weitwinkelobjektiv und kann eine Person in ein entsprechendes Größenverhältnis, z. B. neben einem Baum, setzen.
Die Totale wird zumeist ebenfalls mit einem Weitwinkelobjektiv aufgenommen. Auch hier soll ein Überblick geschaffen werden. Du kannst es verwenden, um in deinem Bild eine außergewöhnliche Location mit einzubeziehen. Das Bild zeigt im Hintergrund das Schloß Wackerbarth in Radebeul.
Die Halbtotale zeigt eine Person von Kopf bis Fuß und ermöglicht es dem Fotografen, dem Bild Leerräume zu lassen. Hier steht die Person schon mehr im Mittelpunkt, dennoch ist das Erkennen der Location möglich.
Die amerikanische Einstellung zeigt den Porträtierten vom Kopf bis über die Knie. Somit wird deutlich, das die Person das Hauptmotiv ist. In der Modefotografie wird die Einstellung genutzt, um Accessoires hervorzuheben.
Die halbnahe Einstellung zeigt die Person vom Kopf bis zur Hüfte. Somit liegt der Hauptaugenmerk eindeutig auf dem abgebildeten Menschen.
Die Naheinstellung legt den Fokus auf Kopf und Schulter und ist geeignet, um bspw. eine Frisur hervorzuheben. Es wird eine gewisse Nähe zur abgebildete Person erzeugt.
Bei der Großaufnahme wird der Fokus komplett auf das Gesicht gelegt. Alles andere wird bereits abgeschnitten. Somit erfährt die Mimik besondere Bedeutung. Die Großaufnahme ist auch unter dem Begriff Close-up anzutreffen.
Die Detailaufnahme zeigt, wie der Name vermuten lässt, nur einzelne Teile des Gesichts oder des Körpers, z. B. Augen, Lippen, es kann aber auch oder ein Tattoo oder Piercing hervorgehoben werden.
Wie können die Einstellungen erzeugt werden?
Die Einstellungen können bereits beim Fotografieren erzeugt werden, in dem der Fotograf entweder mit entsprechenden Brennweiten (Tele- oder Weitwinkelobjektiv) fotografiert und/oder den Abstand zum Modell je nach gewünschter Einstellungsgröße wählt.
Auch ein nachträglicher Bildbeschnitt in der Bildbearbeitungssoftware ist natürlich möglich. Hier sollte darauf geachtet werden, dass die Möglichkeiten durch die entsprechenden Sensorgrößen der Kameras begrenzt sein können. Eine Detailaufnahme aus einer Totalen zu schneiden, dürfte gerade im Hinblick auf einen hochwertigen Ausdruck unter Umständen schwierig werden. Daher sollte bereits bei der Erstellung der Bilder daran gedacht werden, entsprechende Detail-Aufnahmen zu fertigen. Ebenso sollte darauf geachtet werden, dass natürlich aus einem Close-up oder einer Naheinstellung keine Totale gefertigt werden kann.
Zudem sollten die unten stehenden Punkte zum Anschneiden der Bilder beachtet werden.
Bildformate
Welche Bildformate gibt es?
Das Panorama
Panoramabilder beeindrucken immer wieder aufs Neue und ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Dies erfolgt dadurch, dass die menschliche Wahrnehmung eine solche Abbildung nicht erzeugen kann. Im Bereich der Portraitfotografie ist dieses Bildformat besonders schwierig zu handhaben, gibt aber Spielraum für Experimente, um z.B. eine Person mehrfach im Bild erscheinen zu lassen. Dies kann mit etwas Vorplanung mit der Panoramafunktion des Handys bewerkstelligt werden, funktioniert aber auch über die Panoramafunktion von z. B. Lightroom.
Panoramaaufnahme Kitzbühler Alpen Das 2:3-Format
Dieses Format ist der Klassiker in der Fotografie. Es reizt bei den meisten Sensoren die größtmögliche Fläche aus, ohne dass das Bild von der Kamerasoftware beschnitten wird. Es ist für Hoch- und Querformate bestens geeignet. Da es häufig anzutreffen ist, kann es vielleicht etwas langweilig wirken, so dass du als Fotograf im Bild selbst vielleicht noch entsprechende Akzente setzen solltest.
Yvonne Schloß Wackerbarth Das 4:3-Format
Dies ist das Format der alten Fernseher. Vor dem Jahr 2000 geborener Menschen ist dieses Format von Bildschirmen aller Art bekannt. Daher fühlen sich Fotos mit einem Retro-Look in diesem Format wohl.
Anika Weihnachtsmarkt Meißen Das 16:9-Format
Die nach dem Jahr 2000 geborene Generation dürfte dieses Format deutlich bekannter sein, da es das nunmehr klassische Fernsehformat ist und auch bei Monitoren Einzug gehalten hat. Es eignet sich weniger für das Hochformat, spielt aber im Querformat seinen an Spielfilmszenen angelehnten Charakter voll aus.
Kaja Radebeul Bahnhof Ost Das 1:1 Format
Dieses Format hat mit dem Einzug von Instagram eine Renaissance erfahren. Bereits zu Zeiten der Analogfotografie war das quadratische Format vorherrschend, wurde dann aber verdrängt. Es ist geeignet, symmetrische Abbildungen wirkungsvoll in Szene zu setzen.
Celine Coswig Kappelenteich ungewöhnliche Formate
Für ungewöhnliche Bildlooks bieten sich abseits der klassischen Vorgaben nicht alltägliche Formate an. So können Bilder auch mal in Kreisform, im Dreieck oder Sechseck, was von einigen Printanbietern angeboten wird, dargestellt werden.
Wie werden die Bildformate erzeugt?
Auch hier gilt das oben bereits Gesagte: entweder stellt man vorab in der Kamera eine entsprechende Formatgröße ein oder passt nachträglich in der Bildbearbeitung das Format an.
Kompositionsregeln
Die Kompositionsregeln zählen zu den klassischen Dingen der Fotografie und finden Erwähnung in jedem ordentlichen Buch über Fotografie. Daher gehe ich nur kurz darauf ein:
Drittel-Regel
Das Bild wird durch zwei waagerechte und zwei senkrechte Linien in neun gleich große Abschnitte eingeteilt. Das Hauptmotiv wird dann auf einen der Schnittpunkte platziert bzw. auf einer der Linien. Im Normalfall kann man sich ein entsprechendes Raster im Kameradisplay einblenden lassen, was man auch einschalten sollte.
Goldener Schnitt
Der goldene Schnitt ist die komplizierte Variante der Drittel-Regel. Hierbei werden ebenfalls zwei waagerecht und zwei senkrechte Linien über das Motiv gelegt. Jedoch ist das Verhältnis der kürzen Strecke zur längeren Strecke so groß wie das Verhältnis der längeren Strecke zur Gesamtstrecke. Einfacher ist es, die entsprechende Vorgabe z. B. in Lightroom zu aktivieren und das Bild entsprechend auszurichten.
Fibonacci-Spirale
Noch eine Spur komplizierter ist die Erweiterung des goldenen Schnitts. Dabei wird eine leicht schneckenförmige Linie erzeugt. Ein Bildaufbau anhand dieser Linie ist besonders harmonisch, benötigt aber bei der Gestaltung deutlich mehr Erfahrung und/oder Zeit, da sie nicht so intuitiv ist. Aber auch dazu kann man sich in der Kamera bzw. Bildbearbeitungssoftware entsprechende Hilfslinien anzeigen lassen.
Bildanschnitt
Die Einstellungsgröße, das Format und auch die Ausrichtung des Motivs anhand der Kompositionsregeln können entweder direkt bei der Aufnahme oder nachträglich in der Bildbearbeitungssoftware angepasst werden. Hierbei sollten jedoch einige Fallstricke umgangen werden:
Sollten Arme und Beine nicht komplett abgebildet werden, sollte darauf geachtet werden, dass diese nicht wieder an anderer Stelle wieder ins Bild geraten.
Der Bildschnitt sollte auch nicht durch die Unterschenkel verlaufen, da dadurch die Beine optisch stark verkürzt werden.
Im Übrigen sollte nicht durch die Gelenke, z. B. Fuß- und Handgelenk, Knie, Ellenbogen usw. geschnitten werden. Dies gilt insbesondere für die Finger. Diese sollten vollständig aufgenommen werden.
Auch breite Körperbereiche, z.B. die Hüfte, sollten nicht angeschnitten werden, da dadurch das Modell optisch verbreitert wird.
Am Kopf sollte der Anschnitt über oder deutlich unter dem Haaransatz liegen, da anderenfalls eine sehr hohe Stirn erzeugt wird.
Zusammenfassung
Durch die Wahl von Einstellungsgröße, Bildformat und Bildschnitt kann die Bildwirkung maßgeblich beeinflusst werden und sollte daher neben der Licht- und Farbgestaltung ebenfalls Beachtung finden. Anfänglich erfolgt durch den Fotografen vieles intuitiv, aber wer die grundsätzlichen Regeln kennt, kann diese bewusst anwenden, oder auch brechen, und somit seine Bildwirkung gezielt anpassen und steigern. Ich wünsche euch viel Spaß bei der Umsetzung.
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Portraitshooting mit Anika
abendliches Portraitshooting in Meißen – Teil 2
Das Portraitshooting mit Anika war nach dem Weihnachtsmarktbesuch noch nicht zu Ende. Am gleichen Abend haben ein weiteres kurzes Shooting in Meißen auf der Elbe-Brücke durchgeführt. Die Temperaturen sind jedoch deutlich gefallen und der Wind frischte auf, so dass Anika ziemlich durchgefroren war. Daher haben wir das Shooting kurz gehalten.
Ich wollte in erster Linie die abendlichen Lichter der Stadt nutzen, um die Portraits zu erstellen. Durch das sehr gelbe Licht habe ich einen Blitz mit genutzt, um die Lichtfärbung auf der Haut nicht zu sehr ins gelblich-orange abgleiten zu lassen. Um hier die Hauttöne etwas zu retten, ist auch eine Konvertierung in schwarz-weiß eine gute Möglichkeit.
Abschließend wollte ich ein Bild mit Wunderkerze. Da es jedoch sehr windig wurde, konnten wir lediglich eine Wunderkerze anzünden. Außerdem war Anika so durchgefroren, dass man dies den letzten Bildern angesehen hat, so dass wir aufgehört haben.
Bei der Bearbeitung des nebenstehenden Bildes habe ich in Photoshop ein Bild mit Funken über die Wunderkerze gelegt, da diese aufgrund der offenen Blende natürlich unscharf war. Ich habe mich beim Shooting dafür entschieden, das Gesicht scharf abzubilden um dann in der Nachbearbeitung die sprühenden Funken hinzuzufügen.
Ausrüstung
Wie bereits in Teil 1 des Shootings mit Anika geschrieben, bestand meine Ausrüstung für diesen Abend aus der Canon EOS 80D, der 50 mm f1.4 Festbrennweite und dem 17 – 50 mm f2.8 Zoomobjektiv. Dazu ein Aufsteckblitz, auch in diesem Fall entfesselt auf einem Stativ neben dem Modell, im manuellen Modus per Funk ausgelöst.
Bildbearbeitung
Die Bildbearbeitung erfolgte zumeist in Lightroom. Für das Bild mit der Wunderkerze erfolgte in Photoshop die Einfügung des Funken-Overlays.
Ich habe das abendliche Portraitshooting mit Anika sehr genossen. Da es für mich das erste Shooting dieser Art war, war ich verständlicherweise mehr auf den technischen Aspekt konzentriert. Aber Anika hat mich immer wieder gefragt, ob das Posing so passt, so dass ich dann natürlich wieder zurückgeholt wurde und mich um das Wesentliche beim Shooting, das Modell, kümmern musste. An diesem Teil muss ich noch arbeiten. Ich denke aber, dass ich mit jedem Shooting technisch sicherer werde und mich daher mehr auf das Modell, den Ausdruck und die Kleinigkeiten drumherum konzentrieren kann, um aus einem Foto ein richtig gutes Foto zu machen.
Ich gebe hier keine näheren Informationen zu Blende, Belichtungszeit und ISO. Ich habe im manuellen Modus fotografiert und die Belichtung auf den Hintergrund eingestellt. Der Blitz, ebenfalls manuell per Funk eingestellt, hat dann Anika ins rechte Licht gerückt.
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Portraitshooting am Schloss Wackerbarth in Radebeul
Herbstshooting mit Yvonne
An einem sonnigen Tag im Spätherbst letzten Jahres habe ich mich mit Yvonne getroffen und wir haben am Schloß Wackerbarth in Radebeul ein Herbst-Shooting durchgeführt.
Yvonne wollte ein Foto von sich mit Stock und Hut. Ich habe aus etwas tieferer Position fotografiert. Durch die beiden Hecken links und rechts erhält das Bild etwas Tiefe und sie lenken den Blick in das Bild auf das Modell.
Ich wollte die herbstliche Färbung der Weinblätter und die letzten Sonnenstrahlen einfangen. Tatsächlich waren bereits wenige Tage nach dem Shooting die Temperaturen gesunken und die goldgelbe Blattfärbung war verschwunden.
Hier hat sich Yvonne an eine der Weinmauern gelehnt. Der wilde Wein hatte eine wunderbare rötliche Blattfarbe. Damit auch hier wieder das Bild an Tiefenwirkung gewinnt, habe ich die Ranken unscharf in den Vordergrund genommen und im Kontrast zu dem rot passt der gelbliche Hintergrund.
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Weihnachtsmarkt-Shooting
Abendliches Portraitshooting mit Anika – Teil 1
Anika wollte gern ein Weihnachtsmarkt-Shooting machen. Daher trafen wir uns vorab und haben das Shooting besprochen. Für die letzte Adventswoche haben wir einen gemeinsamen Termin gefunden und uns auf dem Weihnachtsmarkt in Meißen getroffen.
Ausrüstung
Ich habe zum Shooting meine Canon EOS 80D, die 50 mm f1.4 Festbrennweite und das 17-50 mm f2.8 Zoomobjektiv eingepackt. Dazu einen Kompaktblitz mit Stativ und Beauty-Dish-Aufsatz.
Available Light
Die ersten Bilder sind bei „natürlichem“ Licht entstanden. Durch die Marktstände war ziemlich viel Licht vorhanden, welches wir genutzt haben. Dank der offenen Blende konnte ich Anika schön vom Hintergrund abheben, der in Unschärfe verschwimmt. Dank der vielen Lichter ergab sich dann auch noch ein tolles Bokeh.
Blitzlicht
Später habe ich dann den Blitz dazu genommen, entfesselt auf einem Stativ mit einem kleinen Beauty-Dish. Zudem haben wir auch noch mit einer Lichterkette herumexperimentiert.
Bildbearbeitung
Ich habe im raw-Format fotografiert, so dass eine Bearbeitung in Lightroom erfolgte. Diese beschränkte sich auf das Notwendigste, Anpassung der Belichtung, Reduzierung von Struktur und Klarheit und der Rauschreduzierung mit einem abschließenden Bildlook.
Es war ein sehr amüsanter Abend mit Anika in Meißen. Der Weihnachtsmarkt war zwar besser besucht als gedacht, aber wir konnten dennoch ungestört fotografieren.
Nach dem Weihnachtsmarktbesuch war das Shooting jedoch noch nicht zu Ende. Hier geht es zum zweiten Teil.
